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Mein erster Blog und das Thema ist klar: „Sport in der Schwangerschaft“. Warum gerade ich etwas dazu zu sagen habe? Zunächst bin ich zurzeit zurzeit selbst betroffen, Athletin und schwanger in der 11. Woche. Und hinzu kommen noch meine beruflichen Tätigkeiten als CrossFit-Trainerin, Yogalehrerin und Heilpraktikerin, die mich vor folgenden Fragen stellen: Was darf man noch sportlich betreiben? Wie lange? Sind bestimmte Übungen kontraindiziert? Wie sieht es mit dem Laufen und Bauchmuskeltraininig aus, um nur einige der Bereiche anzuschneiden. Diese Fragen beschäftigen selbstverständlich auch alle Sportlerinnen, die schwanger sind.

 

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Frauen während der Schwangerschaft und auch in der Rückbildung betreut und begleitet. Meine Erfahrungen mit den Schwangeren sind bisher alle positiv. Sowohl die Kinder als auch die Mütter sind alle wohlauf. Und das, obwohl wir auch CrossFit und funktionelles Zirkeltraining durchgezogen haben. Wer CrossFit kennt, weiß, dass es hier um ein hochintensives Training, mit und ohne externe Gewichte geht.

 

Auch wenn ich im Allgemeinen als Trainerin und Athletin als wenig zimperlich und sehr ambitioniert gelte (oder verschrien bin), sehe ich die Schwangerschaft dennoch als eine ganz besondere und außergewöhnliche Phase im Leben einer Frau an, die geschützt und risikoarm gestaltet werden sollte. Nichtsdestotrotz bedeutet es nicht, dass Schwangerschaft einer Krankheit gleichzusetzen ist und körperliche Betätigung nicht gewünscht ist. Um mich selbst als Beispiel zu nennen: Sport ist für mich ein sehr großer, wenn nicht der größte Teil, meines Lebens. Er gehört für mich in meinen Tagesablauf, wie Zähneputzen, Essen oder Schlafen. Es ist das Erste, was ich in den frühen Morgenstunden betreibe, fünf bis sechs Mal pro Woche, kombiniert mit Laufeinheiten und Yoga. Ganz abgesehen von meinem Beruf, trainiere ich hart und heftig, aber manchmal auch sanft und entspannt. Denn ich weiß, auch aus medizinischer Sicht, dass sowohl der Stress durch einen Trainingsreiz positiv sein kann, aber das Entspannen und Herunterfahren genauso wichtig für unser Nervensystem und somit für unsere Gesundheit ist.

 

Wie sieht es nun konkret in der Schwangerschaft aus? Seitdem ich weiß, dass ich ein Baby erwarte, habe ich zwar weiterhin viel und täglich trainiert und bisher auch keine Übungen ausgeschlossen. Auch wenn die ersten Wochen das höchste Risiko eines Abortes bergen, sind sich Mediziner und Sportwissenschaftler mittlerweile einig, dass es nicht an sportlicher Betätigung liegt. „Im ersten Trimenon ist das Kind hinter der Symphyse gut geschützt und die Gefahr einer direkten Verletzung ist als gering einzustufen.“ , schreibt Priv. Doz. Dr. med. Ulrike Karsten-Reck von der Medizinischen Universität Freiburg in Ihrem Artikel „Schwangerschaft und Sport“, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin.

 

Dennoch habe ich etwas ganz Wesentliches verändert. Ich habe aufgehört mein Training anhand von Zeiten, Gewichten oder Wiederholungszahlen zu messen und habe einfach nach Gefühl und Wohlbefinden trainiert. Und hier ist der springende Punkt. Keinen Sport zu treiben wäre für mich eine Art Höchststrafe, aber dennoch sagen mir meine Erfahrung und mein medizinisches Wissen, dass es nicht die richtige Zeit für Erfolge, Wettkämpfe oder neue Bestleistungen ist. Und das sollten vor allem Freizeitsportlerinnen beachten. Anders, das muss ich zugeben, gestaltet sich die Situation bei Berufssportlerinnen, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten. Ich denke, dass das im Ermessen der Leistungssportlerin, des Trainers und des behandelnden Arztes liegt.

 

In diesem Blog möchte ich mich auf die ambitionierten und ehemals leistungssporttreibenden Athletinnen, wie ich es bin, konzentrieren. Generell möchte ich natürlich erwähnen, dass immer der behandelnde Arzt, der betreuende und dementsprechend ausgebildete Trainer zu Rate gezogen werden sollte. Und absolute Voraussetzung für ein sicheres Training ist eine komplikationslose Schwangerschaft. Weiterhin möchte ich betonen, dass ich in den nächsten Monaten Beispiele meines persönlichen Trainings geben möchte, an denen sich jemand zwar orientieren kann, aber seine persönlichen Umstände wie Gesundheitszustand, Trainingszustand oder ähnliches auf keinen Fall ausblenden sollte. Jedes Training sollte immer individuell betrachtet werden.

 

Mein Ziel ist es Frauen die Angst und Verunsicherung, die durch kontroverse und veraltete Meinungen geschürt werden, zu nehmen. Nach heutigem wissenschaftlichen Stand ist Sport in der Schwangerschaft unbedingt gewollt und empfohlen. In diesem Punkt bin ich auch meinen persönlichen Gynäkologinnen sehr dankbar, die mich motivieren meinen Sport weiterzutreiben. Welche Vorteile und Risikominderungen Sport für den Organismus und den Bewegungsapparat bedeuten, werde ich im nächsten Blog anschneiden. Abschließend noch ein Zitat: „Unterstützend kommt hinzu, dass generell kein kausaler Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung während der Schwangerschaft und erhöhten Fehlbildungsraten aufgezeigt wurde.“

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Estefania Fernández, Düsseldorf

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